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Food Pairing...

Gott sei Dank, das Kind hat einen Namen. Ein Trend ohne Namen, ohne englischen gar, das wär ja gleich überhaupt gar nie nix. Kein gscheiter Trend jedenfalls. Food Pairing. Genau. Food – Essen. Pairing – Paarbildung. Paarung. Oder doch Brunftzeit? Essensbrunft. Das hat was, da geht einiges. Leidenschaft ist drin, Lust, Genuss ohne Kompromisse. Sex für Gaumen und Magen. Was ein Pfund.

Nie wären wir da draufgekommen. Da braucht’s schon eine Wissenschaft. Lebensmittel mit gemeinsamen „Schlüsselaromen“ werden gepaart, weil die besonders gut zusammenpassen. Eine Wissenschaft des guten Geschmacks haben sie entwickelt. Amerikanische Informatikstudenten. Aufg’schmissen wären wir ohne die Diagramme und Netzwerkgrafiken mit den „Aromabäumen“. Wir würden doch immer noch Lebensmittel kombinieren, die überhaupts nicht zusammenpassen. Drum: Lasst uns auch ein Aromabäumchen pflanzen.

Nein, einem neuen Trend brauchen wir nicht hinterherzuhecheln. Es sind durchaus schon vor besagten Informatikern Menschen auf den Trichter gekommen, die Mahlzeiten so zusammenzustellen, dass man dabei seine Gaudi hat. Das hat halt nicht so griffig geklungen wie „Food Pairing“. Wir Baumburger haben das natürlich unbewusst jahrelang praktiziert, ohne dass wir das zum Trend stilisieren mussten. Hervorragende Produkte haben wir ja genügend. Ob wir denselben wissenschaftlichen Anspruch wie die Informatiker für uns beanspruchen können, lassen wir mal dahingestellt sein. Jedenfalls wollten wir’s wissen. Und haben uns einen Nachmittag lang, den Abend und zugegebenermaßen auch den Spätabend bis in die Nacht hinein zusammengesessen und empirische Testläufe gefahren. Quasi unter Laborbedingungen.

Und wie wir kombiniert haben. Unser hausgemachter Beitrag: unsere Bockbiere. Die brauchen die Begleitung von Feststoffen. Nur mit den Böcken einen Abend zu bestreiten, dafür sind sie nicht gemacht. Sie flankieren elegant die Brotzeit, aber allein und in Massen genossen, da vermögen sie durchaus den Blick zu trüben. Unsere Böcke sind Genussbiere. Keine Schüttbiere.

Mit schier wissenschaftlichem Eifer haben wir uns der Aufgabe gestellt und gewissenhaft die Vorbereitungen zum Selbstversuch getroffen. Welcher Bock lässt sich mit welchem Lebensmittel harmonisch verbinden? Mehr noch: Welches Paar schafft es, die Komponenten nicht nur zu einer wohlschmeckenden Einheit verschmelzen zu lassen, sondern die Geschmäcker der einzelnen Bestandteile aufs nächste oder übernächste Niveau zu heben? Eine gegenseitige Befruchtung sozusagen, um den Begriff des „Pairings“ nochmal anklingen zu lassen.

Die Hauptdarsteller unserer Pairing-Aktion: Baumburger Weißbierbock, Heller Bock, Chorherrenbock, Baumburger Stopfbock, Traudi, Sopherl, Josefine, Heidi und Berta auf der einen Seite. Weißbrot, Spargel, Kresse, Petersilie, Gewürzgurken, Silberzwiebeln, Oliven, Radieserl, Lauchzwiebeln, Honigmelone, Chili-Schokolade, Feigen, Weintrauben, Schokoladeneis, frischer Meerrettich, Parma- und Serranoschinken, Pancetta, Südtiroler, Schinkenplockwurst, Salami, Pecorino, Gruyère, Zillertaler Bergkäse, Belle Blanche Ziegenkäse, Kärntner Rahmlaib, dazu noch einen Räucherkäse – und das magische Dreieck der Bierbegleiter Forellenkaviar, Brathering sowie Bismarckhering auf der anderen Seite. Dazwischen wir. Mit wissenschaftlichem Eifer.

Ja, wir waren hoch motiviert. Fokussiert. Zu Höchstleistungen bereit. Zumindest während der ersten zwei, drei Stunden. So angestrengt mögen wir’s eh nicht. Drum haben wir den Eifer fließend in ein gemütliches Beisammensein hinübergleiten lassen. Nicht dass wir nicht mit Verve weiterkombiniert hätten. Bewahre! Aber gmiatlich hoid. Weil der Bierernst hier fehl am Platze wäre. Und genau das ist unser Tipp für Nachahmer: Ruckt’s zam, ratscht’s, probiert’s, lacht’s. Immer ein Schluckerl Bock, dazu einen Happen und warten, was am Gaumen passiert. So muass‘ sei.

Bevor ein falscher Eindruck aufkommt: Wir haben schon zielorientiert gearbeitet. Im Laufe der Testphase haben wir zusammengebracht, was zusammengehört. Vieles harmonierte genau so, wie wir uns das vorher schon gedacht hatten. Manches erwies sich als nicht würdig für die Gesellschaft eines Baumburger Bockes. Aber es gab auch einige überraschende Ergebnisse: Da hievten sich Bier und Begleiter gegenseitig auf ungeahnte Höhen. Sapperlot. Und das war definitiv nicht der vorgerückten Stunde geschuldet. Sicher ned.

Wie’s mit wissenschaftlichen Erkenntnissen so ist: Man muss sie immer wieder verifizieren. Deshalb haben wir unsere Ergebnisse einem Praxistest ausgesetzt. Nicht irgendeinem. Dem härtesten. Sonst bringt’s ja nix. Die Stammtische aus dem Baumburger Bräustüberl und vom Roiter verdienen im Hinblick auf unser Anliegen zwei Prädikate ganz besonders: unbestechlich und kompetent. Denen haben wir nach einer Brauereiführung die Resultate unserer Essensbrunft vorgesetzt. Und das zeitigte dann wieder Resultate: Zum einen, dass wir mit unserem Food Pairing sehr gut lagen. Zum anderen – und das ist viel, viel wichtiger –, dass unsere Probanden denselben Spaß hatten wie wir. Schluckerlweis‘ genießen, dazu was Gscheites zwischen die Zähne und der Abend kann nur ein guter sein. Viel Spaß beim Nacherleben.

Unsere Kombinationsempfehlungen:

  • Heller Bock mit Pancetta
  • Heidi mit Zillertaler Berkäse, Gruyère oder Kärntner Rahmlaib
  • Stopfbock mit Melone oder Mango
  • Sopherl mit italienischer Salami oder Trauben
  • Josefine mit Schoko-Eis oder Chili-Schokolade
  • Berta mit Belle Blanche Ziegenkäse
  • Chorherrenbock mit Brathering

Sehr zum Wohle!